Stieffamilien

Dieses Thema pocht und klopft in meinen Kursen an, denn es kommen immer mehr Betroffene.

Die kleine Silbe „Stief…“ - bezeichnet schlaglichthaft die Situation. Es ist ja kein positiv besetztes Präfix, doch genau diese Feststellung: „Wir sind eine Stieffamilie“ ist ein erster Schritt aus der Verwirrung und - in die Verwirrung, in ein komplexes und stark besetztes Beziehungsfeld .

Es geht viele etwas an und oft wissen sie gar nicht, was los ist. Meist sind es die Stiefkinder, die problematisch werden, oder dann, wie in meinem Fall, der Stiefvater. Ich habe in meiner Stiefvaterschaft einiges falsch gemacht, keinen Rat gefunden, negative Folgen kennengelernt und zu forschen begonnen.

Nun, wir Stieffamilien haben mindestens eine Trennung bewältigt und uns trotzdem wieder auf gemacht. Ob es sich dabei um eine Mutterstieffamilie, eine Vaterstieffamilie oder um eine kombinierte Stieffamilie handelt, immer leisten wir Pionierarbeit.

  • Denn wir schaffen ein neues Beziehungsgefüge, mit Grenzen und Bindungen zu Familienmitgliedern, die außerhalb des Zuhauses leben und doch dazugehören.
  • Wir richten ein positives Bild unseres einzigartigen Familienwesens auf, obwohl es gesellschaftlich noch so stiefmütterlich betrachtet wird.
  • Wir lernen. Tatsächlich gibt es Rat. Die einfachere Ordnung der Kernfamilie kann nicht eins zu eins auf die Stieffamilie übertragen werden. Aber es gibt eine Ordnung für Stieffamilien, die uns besser sichern und leiten kann, als zB der Begriff Patchwork-Familie (Flickwerk-Familie).

 

Mein Projekt heißt: „Wir sind eine Stieffamilie“. Ich möchte ab dem nächsten Jahr Kurse dazu anbieten. Dabei werden wir uns als Familie mit all den Verbindungen und Grenzen zwischen einander zeigen und dabei für alle, nach der Art, wie sie dazugehören, einen Platz schaffen. Wir werden Konflikte da austragen, wo sie hingehören und fruchtbar fürs Ganze sind, und wir werden unter uns Erwachsenen die Paarbeziehungen beleuchten, welche die Familie im Innersten zusammenhält. Zuletzt werden wir ein Leit-Bild für unsere ganze Familie finden und aufstellen, für das es aufzustehen lohnt. Es gibt ´ne Menge zu tun, und es wird Mut brauchen. Aber trotz der kraftvollen und vielleicht unerwünschten Gefühle, die uns dabei begegnen können, soll es eine ereignisorientierte, lebenspralle und positive Kurszeit sein – so ein typischer Familienkurs eben.

Die Frage ist, ob jemand kommt. Kursprojekte mit herausfordernden Ausschreibungen, füllen sich nicht so leicht. Hier kann jeder das Projekt unterstützen: Werben, reden, Mitmenschen ansprechen, die Notwendigkeit zeigen und den Gewinn hinweisen.

Herzliche Grüße, vielen Dank

rudolf

 

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